Was hat Kaiser Otto I. damit zu tun ? 

Im Mittelalter war das Schwingen der Fahne in Deutschland fast überall unter der Bezeichnung "Fahnenschwingen", "Fahnenschlagen" oder "Fahnenspiel" verbreitet. Es galt als hohes Privileg und es wurde nicht selten vom jeweiligen Landesherren oder der Stadt auf Grund besonderer Dienste verliehen.

So erhielten etwa die Augsburger Weber von Kaiser Otto I. als Belohnung für ihre Tapferkeit bei derSchlacht auf dem Lechfeld das Recht, die ihnen vom Kaiser verliehene Fahne bei festlichen Gelegenheiten zu schwingen.

Auch aus der Zeit der Bauernkriege um 1500 ist das Fahnenschwingen nicht wegzudenken, wie verschiedene Colorierungen alter Meister, wie Dürer oder Riemenschneider, auf denen Fahnenschwinger abgebildet sind, beweisen. Ende des 18. Jahrhunderts begann sich auch in Deutschland die Blütezeit des Fahnenschwingens ihrem Ende zu zuneigen.

Der Brauch des Fahnenschwingens wurde schließlich nur noch in einigen wenigen Teilen Deutschlands mehr oder weniger intensiv gepflegt, so dass viele Traditionen und Schulen in Vergessenheit gerieten und heute gar nicht mehr, oder nur noch mühsam rekonstruiert werden können.

Gekleidet in Landsknechtsuniformen oder heimatlichen Trachten, mit Fahnen, welche oftmals von Gemeinden, Städten oder dem Adel, ob mit oder ohne Wappen, verliehen worden sind, betreiben die Fahnenschwinger nicht nur die Einhaltung eines Brauchtums und die Pflege einer Sportart, sondern sie sind auch der sichtbare Ausdruck der Verbundenheit zu Stadt und Land.

Leider gibt es heute oftmals Personen, die dieses Brauchtum bzw. diese sportlichen Wettkämpfe allzu gerne in eine rechtsradikale Ecke "drücken" möchten. Diesen Personen sei hiermit gesagt, dass wir uns ausdrücklich von der rechtsradikalen Szene distanzieren. Die Fahnenschwinger vermitteln ein sehr altes Brauchtum bzw. betreiben eine Sportart, was weder mit nationalsozialistischem Gedankengut noch mit einem übertriebenen Nationalstolz zu tun hat.